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Model werden: Der ehrliche Guide für Anfängerinnen

Um Model zu werden, brauchst du vor allem natürliche Fotos (Digitals), deine korrekten Maße und eine Bewerbung bei seriösen Agenturen. Welche Voraussetzungen gelten, hängt stark von der Modelart ab: Für den Laufsteg zählt die Größe, für Werbung, Beauty oder Curve oft gar nicht. Seriöse Agenturen verlangen nie Geld von dir.

7 Minuten Lesezeit Aktualisiert am 30.10.2026

Du willst Model werden, hast aber keine Ahnung, wo du anfangen sollst? Damit bist du nicht allein. Die gute Nachricht: Die Modelbranche ist viel breiter, als die meisten denken. Es gibt nicht nur Laufsteg und Hochglanzmagazine, sondern auch Werbung, Kataloge, Beauty-Kampagnen, Fitness, Curve und vieles mehr. In diesem Guide erfährst du ehrlich, welche Voraussetzungen wirklich zählen, welche Fotos du brauchst und wie du in den nächsten Tagen konkret loslegst.

Welche Arten von Models gibt es?

Bevor du dich bewirbst, solltest du wissen, wo du am besten hinpasst. Die wichtigsten Bereiche:

  • Fashion und Laufsteg: Modenschauen, Editorials, Designer-Lookbooks. Hier gelten die strengsten Vorgaben bei Größe und Maßen.
  • Commercial: Werbung für Supermärkte, Banken, Reisen, Autos, Online-Shops. Gefragt sind sympathische, „echte“ Gesichter in allen Altersgruppen.
  • Beauty und Gesicht: Kosmetik, Hautpflege, Haare, Zahnpflege. Hier zählen Haut, Ausstrahlung und Gesichtszüge, nicht die Körpergröße.
  • Fitness: Sportmode, Supplements, Fitnessstudios. Ein trainierter Körper und Sporterfahrung sind wichtig.
  • Curve und Plus Size: Mode in größeren Größen, ein wachsender Bereich mit eigenem Bedarf.
  • Parts-Model: Hände, Füße, Beine oder Haare für Nahaufnahmen, etwa für Schmuck oder Nagellack.
  • Influencer und Content Creator: Eigene Reichweite auf Social Media, Kooperationen mit Marken.

Model werden: Welche Voraussetzungen gelten wirklich?

Viele glauben, man müsse 1,80 m groß und extrem schlank sein. Das stimmt nur für einen kleinen Teil der Branche. Die folgende Tabelle zeigt typische Erwartungen. Es sind Richtwerte, keine festen Regeln, und jede Agentur entscheidet selbst.

ModelartGröße (Frauen)Was besonders zählt
Laufsteg / High Fashionmeist ca. 172–180 cmSchlanke Proportionen, ausdrucksstarkes Gesicht, guter Walk
Commercial / Werbungkeine strenge VorgabeNatürliche Ausstrahlung, schönes Lächeln, Zuverlässigkeit
Beauty / GesichtunwichtigGepflegte Haut, schöne Zähne, Haare, Augen
FitnessflexibelDefinierter Körper, Sportlichkeit, Ausdauer am Set
Curve / Plus Sizeoft ab ca. 170 cm, aber flexibelGute Proportionen, gesunde Ausstrahlung, oft Konfektionsgröße ab ca. 40
PartsunwichtigMakellose Hände, Füße oder Beine, viel Geduld

Was für fast alle Bereiche gilt: Du solltest mindestens 18 sein (oder mit deinen Eltern starten), zuverlässig und pünktlich sein, gut mit Kritik umgehen können und Freude daran haben, vor der Kamera zu stehen. Persönlichkeit ist oft wichtiger, als du denkst.

Auch Tattoos, Piercings, Narben oder Sommersprossen sind heute selten ein Ausschlusskriterium, vor allem im Commercial-Bereich. Gib sie in deiner Bewerbung aber ehrlich an. Und denk daran: Agenturen suchen keine Kopien von Models, die sie schon haben. Ein besonderer Look kann ein Vorteil sein.

Welche Fotos brauchst du?

Für den Anfang brauchst du kein teures Portfolio. Agenturen wollen Digitals (oft auch Polaroids genannt): einfache, natürliche Fotos, auf denen man dich so sieht, wie du wirklich bist.

  1. Helle, ruhige Wand und Tageslicht, kein Blitz.
  2. Schlichte, eng anliegende Kleidung, zum Beispiel ein schwarzes Top und eine Jeans.
  3. Kein oder kaum Make-up, Haare offen und aus dem Gesicht.
  4. Porträt frontal, Porträt mit Lächeln, Profil von beiden Seiten, Halbkörper und Ganzkörper von vorne und von der Seite.
  5. Keine Filter, kein Beauty-Modus, keine Retusche.

Dazu kommen deine Maße: Größe, Brust, Taille, Hüfte, Konfektions- und Schuhgröße. Miss ehrlich und lass dir helfen. Wer hier schummelt, fliegt spätestens beim ersten Termin auf.

Erfahrung sammeln, auch ohne Agentur

Du kannst Model werden, ohne schon vorher gearbeitet zu haben. Trotzdem hilft es, wenn du dich vor der Kamera wohlfühlst und ein paar gute Bilder hast.

Test-Shootings und TFP

Bei TFP („Time for Pictures“) arbeiten Fotografen, Visagistinnen und Models ohne Bezahlung zusammen, und jeder darf die Bilder nutzen. Das ist ein guter Weg, Posing zu üben. Prüfe aber vorher das Portfolio des Fotografen, sprecht das Konzept genau ab und nimm eine Begleitperson mit.

Modelwettbewerbe und Online-Profile

Online-Wettbewerbe können dir helfen, erste Rückmeldungen zu bekommen und deine Bilder zu testen. Bei ModelContest kannst du zum Beispiel ein kostenloses Profil erstellen, das gleichzeitig als Online-Portfolio und druckbare Sedcard dient, und an Wettbewerben für deine Stadt und dein Land teilnehmen. Wie das genau funktioniert, steht unter So funktioniert es.

Social Media

Ein gepflegtes Instagram-Profil wirkt wie ein zweites Portfolio. Zeig dort auch natürliche Bilder, nicht nur stark bearbeitete. Manche Agenturen schauen sich Profile an, bevor sie dich einladen.

So bewirbst du dich bei Modelagenturen

Der klassische Weg, Model zu werden, führt über eine Agentur. Sie vermittelt dir Jobs, verhandelt Honorare und baut dich auf. Dafür bekommt sie eine Provision von deinen Gagen, aber kein Geld im Voraus.

  1. Recherchiere: Suche Agenturen mit eigener Website, Impressum und echtem Model-Board. Achte darauf, welche Bereiche sie abdecken.
  2. Bewirb dich über das Formular: Die meisten Agenturen haben auf ihrer Seite einen Bereich wie „Bewerbung“ oder „Become a Model“.
  3. Schreib einen kurzen Text: Name, Alter, Wohnort, Maße, Erfahrung, Verfügbarkeit. Mehr braucht es nicht.
  4. Nutze Open Castings: Viele Agenturen haben offene Termine, an denen du einfach vorbeikommen kannst.
  5. Bewirb dich bei mehreren: Fünf bis zehn passende Agenturen sind ein guter Start.

Viele Agenturen melden sich nur bei Interesse. Eine Absage oder keine Antwort heißt nicht, dass du kein Potenzial hast. Oft passt dein Typ einfach gerade nicht ins Board.

Model werden ohne Erfahrung: So läuft dein erster Job ab

Viele Anfängerinnen sind vor dem ersten Job nervöser als nötig. Es hilft, wenn du ungefähr weißt, was passiert. Meist bekommst du vorher einen „Call Sheet“ oder eine Nachricht mit Uhrzeit, Adresse, Ansprechperson und Hinweisen, was du mitbringen sollst. Oft sind das hautfarbene und schwarze Unterwäsche ohne Muster, ein paar Basics, saubere Haare und Nägel sowie kein oder wenig Make-up, weil am Set geschminkt wird.

Am Set lernst du Fotograf, Visagistin, Stylistin und eventuell Leute vom Kunden kennen. Danach kommen Haare und Make-up, das kann eine Stunde oder länger dauern. Beim Shooting selbst bekommst du Anweisungen. Niemand erwartet, dass du schon alles kannst, aber man erwartet, dass du zuhörst, freundlich bleibst und auch nach Stunden noch konzentriert bist. Pausen, Umziehen und Lichtwechsel gehören dazu, viel Zeit verbringst du mit Warten.

Ein paar Tipps, die dir von Anfang an Pluspunkte bringen:

  • Sei zehn Minuten früher da und hab dein Handy aufgeladen.
  • Nimm Wasser, einen Snack und etwas zum Lesen mit.
  • Frag nach, wenn du eine Anweisung nicht verstehst. Das ist professionell, nicht peinlich.
  • Poste keine Bilder vom Set, bevor du nicht gefragt hast, ob das erlaubt ist.
  • Sag klar Nein, wenn etwas über das Vereinbarte hinausgeht, etwa freizügigere Outfits.

Nach dem Job bedankst du dich kurz. Gute Laune und Zuverlässigkeit sprechen sich herum, und viele Kunden buchen gern wieder dieselben Models.

Castings: Was dich erwartet

Ein Casting ist eine Art kurzes Vorstellungsgespräch für einen konkreten Job. Meist wirst du fotografiert, manchmal auch gefilmt, und du gehst ein paar Schritte. Bring deine Sedcard mit, trag schlichte Kleidung und sei pünktlich. Auf unserem Casting-Board findest du Castings von Agenturen und Marken, die vorher vom Team geprüft werden. Auch dort gilt: Wenn ein Angebot komisch wirkt, frag nach oder lass es.

Abzocke erkennen und sicher bleiben

Wer Model werden will, ist leider ein beliebtes Ziel für unseriöse Anbieter. Diese Warnsignale solltest du kennen:

  • Vorabkosten: Anmeldegebühr, Kartei-Gebühr, Kosten für einen Platz auf der Website. Seriöse Agenturen verlangen das nicht.
  • Kauf-Shooting: „Du musst zuerst unser Fotoshooting buchen.“ Das ist ein klassisches Geschäftsmodell von Abzockern.
  • Private oder Nacktfotos: Niemand Seriöses verlangt per Chat Nackt- oder Unterwäschebilder von dir.
  • Zeitdruck: „Nur heute“, „sofort unterschreiben“ – gute Agenturen lassen dir Zeit, einen Vertrag zu prüfen.
  • Nicht überprüfbar: Kein Impressum, keine Adresse, nur ein Instagram-Account oder eine Handynummer.
  • Merkwürdige Treffpunkte: Hotelzimmer, Privatwohnungen, Termine spät in der Nacht.

Nimm zu ersten Treffen eine Begleitperson mit und unterschreib nichts sofort. Mehr dazu findest du in unserem Sicherheitsguide.

Wenn du unter 18 bist

Dann sind deine Eltern oder Erziehungsberechtigten gefragt. Sie sollten jede Agentur prüfen, zu allen Terminen mitkommen und Verträge mit unterschreiben. Unsere Plattform selbst ist erst ab 18.

Model werden: Deine ersten Schritte diese Woche

  1. Tag 1: Überleg dir, welche Modelart zu dir passt. Sei ehrlich mit dir, aber nicht zu streng.
  2. Tag 2: Nimm deine Maße mit Hilfe und notiere sie.
  3. Tag 3: Mach deine Digitals bei Tageslicht, mit einer Freundin als Fotografin.
  4. Tag 4: Suche fünf bis zehn seriöse Agenturen und prüfe Impressum und Board.
  5. Tag 5: Schick die ersten Bewerbungen ab.
  6. Tag 6 und 7: Leg ein Online-Profil an, übe Posing vor dem Spiegel und schau nach Open Castings in deiner Nähe.

Model zu werden ist selten eine Sache von einem Tag. Es braucht Geduld, ein dickes Fell und Ausdauer. Aber wenn du mit realistischen Erwartungen, guten Digitals und einem wachen Blick für unseriöse Angebote startest, hast du die besten Chancen, deinen Platz in der Branche zu finden.

Fragen und Antworten

Wie groß muss man sein, um Model zu werden?

Nur für Laufsteg und High Fashion gelten bei Frauen meist etwa 172 bis 180 cm. Für Werbung, Beauty, Curve, Parts oder Fitness gibt es oft keine strenge Größenvorgabe.

Kann ich ohne Erfahrung Model werden?

Ja. Agenturen suchen ständig neue Gesichter und erwarten am Anfang keine Erfahrung. Wichtig sind gute Digitals, ehrliche Maße und Zuverlässigkeit.

Kostet es Geld, Model zu werden?

Bei seriösen Agenturen nicht. Sie verdienen über eine Provision an gebuchten Jobs. Anmeldegebühren oder Pflicht-Shootings sind ein typisches Zeichen für Abzocke.

Welche Fotos brauche ich für die Bewerbung?

Natürliche Digitals ohne Make-up und Filter: Porträt frontal, mit Lächeln, Profil, Halbkörper und Ganzkörper. Teure Profifotos sind am Anfang nicht nötig.

Bis zu welchem Alter kann man Model werden?

Für High Fashion starten viele jung, im Commercial- und Beauty-Bereich werden aber Models in jedem Alter gebucht. Es gibt dort keine feste Altersgrenze nach oben.

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